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Ein
Spätheimkehrer
Kölner
Stadtanzeiger Juli 1962
Horst Richter
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Hans Vincenz 1961, Gouache
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Unter den Kölner Künstlern ist Hans Vincenz
so etwas wie ein Spätheimkehrer. An den verschiedensten Plätzen
hat er ausgestellt, zuletzt in Essen, wo er seit 40 Jahren lebt,
und in Dortmund. In Köln aber, wo er 1900 geboren. wurde,
war bislang noch keine Begegnung mit seinem Schaffen möglich.
Dankenswert, dass Dr. Toni Feldenkirchen jetzt Vincenz ermuntert
hat, im Kölnischen Kunstverein kölnisch zu debütieren.
Der Maler ist, das kann man mit Respekt feststellen, im Rahmen
der ihm gegebenen künstlerischen Möglichkeiten sehr logisch
und mit einer durchaus reinen Empfindungsbereitschaft seinen schöpferischen
Weg gegangen. Die knapp 80 Gemälde, Hinterglasbilder und Gouachen
aus den Jahren 1947 bis 1962, die in der Hahnentorburg gezeigt
werden, lassen chronologisch eine Tendenz zum Konstruktiven, dann
eine Zergliederung der Flächeneinheiten und schließlich
die vorsichtige Erprobung von Materialbild-Effekten erkennen. |
Es
sind Werke gegenstandslosen Charakters, bei denen die Idee der
Farbkombination — wie die Hinterglasbilder ausweisen — vom
Münchener Expressionismus (Blauer Reiter) übernommen
wurde.
Zugleich, aber hat Vincenz, ohne wörtlich „abzuschreiben“,
Deutsches und Französisches auf sich einwirken lassen, um
aus der Summe dieser Erfahrungen und seiner eigenen Phantasie
Neues hervorzubringen. Manches Ist da im bloßen Dekor stecken
geblieben doch anderes — die ausgezeichnete Gouache „Giersberg“ von
1961 etwa — bestätigt, dass Hans Vincenz Schwung genug
zu einem freieren Umgang mit verschiedenen Darstellungsmaterialien
besitzt.
Horst Richter
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