Hans Vincenz, Deutscher Maler, 1900 bis 1976

Hans Vincenz, Abstrakter Expressionismus
Hans Vincenz 1900 - 1976 · Informelle Kunst · Ölgemälde, Gouachen und Hinterglasbilder
Informel, Abstrakter Expressionismus, Tachismus etc.sind abstrakte Kunstrichtungen der Nachkriegsjahre die oft unter dem Begriff „Informelle Kunst“ zusammengefasst werden. Allen Richtungen der Informellen Kunst ist gemeinsam, dass Emotion, Spontanität und Gefühl wichtiger sind als Regeln, Vernunft und Perfektion.
Mit dem abstrakten Expressionismus definiert der Künstler seine Beziehung zur Natur neu. In der Realisierung künstlerischer Konzepte spielt das Verhältnis zur Natur eine wesentliche Rolle auch dann, wenn sie im Abstrakten Expressionismus nicht unbedingt Bildgegenstand ist. Beim abstrakten Expressionismus wird der kreative Prozess zum Naturprozess ohne die Vorgänge der Natur nachzuahmen. Abstrakte Malerei bezeichnet man auch als absolute Kunst. Die abstrakte Kunst wurde in Europa auch als Informell oder Informelle Kunst bezeichnet.
Der Abstrakte Expressionismus ist eine Kunst, die aus sich selbst heraus die Gesetze des Lebens zeigt. Durch das Schaffen der abstrakten Malerei wird die Natur thematisiert. Nach dem zweiten Weltkrieg entstanden in der Kunst neue Sicht- und Sehweisen: Das "aus dem Bild herauslesen" ist nicht möglich, nur das "Hineinsehen", was Fantasie, Besinnung und Selbstbefragung anregt.
Hans Vincenz: „Es genügt bei allem möglichen Talent und Intelligenz nicht nur die Fertigkeit, das Kunststück, es muss zu einer menschlichen und künstlerischen Haltung noch der unverwechselbare eigene Klang hinzukommen, der bei allen Wandlungen des Weges unverlierbar dem Maler eigen ist und ihm selbst unbegreiflich bleibt.“
Das ist eine Confessio stolzer Bescheidenheit, die ein Mann wie Vincenz sich sehr wohl leisten kann. Die malerische und geistige Kultur seines Werks zeugt nachdrücklich davon und bestätigt ihre Wahrheit. Im übrigen erschließen sich die delikaten Bilder erstaunlich leicht, denn im Grunde webt und lebt in ihnen die Kraft der Natur übersetzt und verwandelt in kompositorische Formeinheiten von erstaunlicher Variationsbreite des Einfalls und der absolut malerischen Gestalt.
WAZ (1964) A.v.D.